Trinken
Richtig Trinken – in der Schule und zu Hause
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Ob Säfte, Softdrinks oder Eistee – das Angebot an süßen Getränken, die vor allem Kinder ansprechen, ist groß. Mineralwasser und verdünnte Saftschorlen sind die idealen Durstlöscher. Ausreichend trinken ist wichtig, vor allem für Kinder und Jugendliche. Schule und Elternhaus können das Trinkverhalten nachhaltig beeinflussen.
Warum trinken so wichtig ist
Während der menschliche Körper mehrere Tage ohne feste Nahrung auskommen kann, macht sich ein Wassermangel schnell bemerkbar. Für alle Stoffwechselvorgänge wird Wasser benötigt. Zwar besteht der menschliche Körper zu 50 – 80 % aus Wasser, aber gespeichert werden kann Wasser nicht. Ohne regelmäßige Flüssigkeitszufuhr wird das Blut dickflüssiger, die Versorgung der Körperzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen verschlechtert sich und das Herz muss schwerer arbeiten. Ein Wasserverlust von zwei Prozent des Körpergewichts hat bereits Auswirkungen auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Gehirn und Muskeln werden nicht mehr optimal mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, wodurch sich die Leistungskraft vermindert und die Konzentrationsfähigkeit nachlässt. Auch Müdigkeit, Kopfschmerzen und Kreislaufstörungen können Anzeichen für einen Flüssigkeitsmangel sein. Ein längerfristiger milder Wassermangel kann das Risiko für Nierensteine erhöhen und die Entstehung von Harnwegsinfektionen, Verstopfung, Belastungsasthma und Herzinfarkt begünstigen.
Trinken – aber wie viel?
Der Flüssigkeitsbedarf ist für jedes Kind anders. Bei großer Hitze und körperlicher Aktivität verliert der Körper viel Wasser durch Schwitzen, es muss deshalb mehr Flüssigkeit aufgenommen werden. Auch bei Erkrankungen wie Fieber oder Durchfall ist der Wasserbedarf erhöht.
Die deutsche Gesellschaft für Ernährung hat Richtwerte für die tägliche Zufuhr von Wasser herausgegeben, die in der Größenordnung von etwa einem Liter liegen. Mit dem Alter der Kinder steigt der Wasserbedarf.
Tabelle 1: Richtwerte für die Zufuhr von Wasser bei Kindern (DGE)
| Alter | Wasserzufuhr durch Getränke (ml/Tag) |
| 1 bis 4 Jahre | 820 |
| 4 bis 7 Jahre | 940 |
| 7 bis 10 Jahre | 970 |
| 10 bis 13 Jahre | 1.170 |
| 13 bis 15 Jahre | 1.330 |
Stress oder das Toben mit Freunden, können das Durstgefühl von Kindern überspielen. Damit Durst erst gar nicht entsteht, ist es wichtig, regelmäßig zu trinken.
Ideale Durstlöscher
Die Ergebnisse der KiGGS-Studie zeigen, dass Kinder und Jugendliche bevorzugt Mineralwasser, Softdrinks, Säfte und Milch trinken. Mineralwasser und Trinkwasser sind die besten Durstlöscher. Milchmix- und Saftgetränke hingegen sind so nährstoff- und kalorienreich, dass sie eher als Zwischenmahlzeit dienen. Man unterscheidet geeignete, weniger geeignete und ungeeignete Getränke:
Tabelle 2: geeignete, weniger geeignete, ungeeignete Getränke (MLR 2008)
| geeignet | weniger geeignet | nicht geeignet |
| Mineralwasser, Leitungswasser | Fruchtsäfte pur | schwarzer Tee, Bohnenkaffee |
| ungesüßte Früchte- und Kräutertees | Fruchtsaftgetränke und Nektare | Colagetränke, Energy-Drinks |
| stark verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte | Limonaden, Brausen | Eistee, süßstoffhaltige Getränke |
Alkoholische Getränke sind grundsätzlich verboten.
Trinken in der Schule
Kinder und Jugendliche trinken zu wenig, besonders in der Schule. Das ist das Ergebnis einer Schülerbefragung der Universität Paderborn. 23,9 % der befragten SchülerInnen trinken nichts oder nur selten im Laufe des Vormittags. Selbst zum Frühstück trinkt jeder Achte nie oder nur selten etwas. Die aktuelle Blattwerk-Media-Studie gibt Hinweise auf das Verbesserungspotenzial bezüglich der Trinkversorgung an Schulen. Dreiviertel der befragten Lehrer, Direktoren und Hausmeister bestätigen, dass Schulanfänger noch nicht fähig sind, sich selbstständig um ausreichendes Trinken zu kümmern. Kinder und Eltern müssen deshalb verstärkt für das Thema sensibilisiert werden. An 95% der befragten Schulen ist das Trinken im Unterricht erlaubt. Trotzdem werden Durstlöscher wie Mineralwasser und Saftschorlen nur an wenigen Schulen angeboten und nur 20 % der Kinder bringen sich Getränke von zu Hause mit. Die Trinkversorgung an den Schulen ist damit optimierungsbedürftig.
Ein Flüssigkeitsmangel wirkt sich auch auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit und damit auf die schulische Leistung aus. Daher ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler im Schulalltag ausreichend trinken können. Eine Studie des Forschungsinstituts für Kinderernährung zeigt: Wasserspender wirken positiv in Schulen. Dadurch trinken Kinder täglich mehr Wasser und weniger süße Getränke. Normalgewichtige Kinder, die an der Studie teilnahmen, haben ein geringeres Risiko übergewichtig zu werden, als Kinder, die nicht beteiligt waren. Ein weiterer positiver Effekt: Bei einer kostenlosen Getränkeversorgung in der Schule, müssen Getränke nicht mehr von zu Hause mitgebracht werden. Das Gewicht des Schulranzens wird geringer. Die Aktion „Trinkfit – mach mit“ setzt sich beispielsweise für die Ausstattung von Schulen mit Wasserspendern ein.
Das können Eltern tun
- geeignete Getränke, wie Trinkwasser sollten immer bereit stehen
- an heißen Tagen oder beim Sport, sollten Sie Ihr Kind zum Trinken animieren
- geben Sie Ihrem Kind ein Getränk in die Schule mit
- zu jeder Mahlzeit sollte Ihr Kind trinken dürfen
- ein Strohhalm macht das Trinken interessanter
- seien Sie Vorbild – trinken Sie selbst häufig Wasser
Quellen:
- Mensink, G.B.M.; Kleiser, C.; Richter, A. (2007): Lebensmittelverzehr bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS). In: Bundesgesundheitsbl-Gesundheitsforsch-Gesundheitsschutz; 50: 609-623.
- Rummel, C. (2012): Trinken ist wichtig für alle Schülerinnen und Schüler. Unter http://www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/menu/1281827/index.html (Aufruf: 10.04.2012)
- www.trinken-im-unterricht.de (Aufruf: 10.04.2012)
- www.trinkfit-mach-mit.de (Aufruf: 10.04.2012)
- Blattwerk-Media (2012): Trinkstudie an Grundschulen abgeschlossen! Defizite und Optimierungspotential bei der Trinkversorgung von Kindern in der Grundschule! Unter:
http://www.blattwerk-media.de/news/news-mehr/article/trinkstudie-von-blattwerk-media/ (Aufruf: 10.04.2012) - Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden Württemberg (2008): Info 3 – Getränke. Unter: https://www.landwirtschaft-bw.info/servlet/PB/show/1050117/MLR_E_Info_3_Getranke.pdf (Aufruf: 10.04.2012)
- aid infodienst (Hrsg.); Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) (2010): Das beste Essen für Kleinkinder. Empfehlungen für die Ernährung von 1- bis 3-Jährigen.
- DGE et al.: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. S. 145f
Autorin: Ann-Katrin Hillenbrand
Bildautor: Landesbildstelle Baden
Hil 04/12
Quelle: http://www.ernaehrung-bw.info/pb/,Lde/Startseite/Empfehlungen/Richtig+Trinken+_+in+der+Schule+und+zu+Hause
